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WEINBAU WINTER

Ein neues Langzeitprojekt treibt uns in diesem Jahr immer wieder an die Mosel. Zur Freude des ganzen Teams betreten wir dort aber keine Fabrik sondern bewegen uns fast ausschließlich an der frischen Luft. In dieser Gegend kultiviert man nämlich gewisse Nutzpflanzen, für die wir uns interessieren. Aus deren Früchten wiederum kann man ein schmackhaftes Nass gewinnen, das man am Ende als "trocken" bezeichnet.

Ja, es geht um Wein, oder vielmehr um die Arbeit, die in einem Weinberg bis zur Lese der Trauben  anfällt. Um eine möglichst reiche Ausbeute im Herbst zu erzielen, muss man die Pflanzen ab Beginn des Jahres kontinuierlich pflegen. So werden im Januar die Rebstöcke zurechtgeschnitten, schwache Triebe entfernt, damit die guten den ganzen Saft abbekommen. Schließlich bindet man die übriggebliebenen noch fest, damit nichts durcheinander wächst. So geht es dann eine ganze Weile – immer eine Bahn rauf, eine Bahn runter.

Weinbau an der Mosel bedeutet Arbeit in der Steillage. Das heißt für den Verbraucher erstmal, es kostet mehr –  Steillagenzuschlag. Wer aber mal so einen Weinberg betreten hat, erkennt die  Zusammenhänge. Alles muss von Hand erledigt werden, da Maschinen hier abrutschen und früher oder später im Fluss landen würden. Auch auf zwei Beinen hat man es da nicht viel leichter, gerade wenn man mit Kamera und anderem Ballast unterwegs ist. Als wäre das nicht schon genug, darf man sich auch nicht an den Stöcken festhalten, weil diese auf Dauer locker würden und man sie dann kaum wieder in den Boden bekommt. Und so haben wir aufgrund mangelnder Alternativen beschlossen, dem unvermeidlichen Sturz zuvorzukommen und uns direkt auf den Boden gesetzt. Nach unten gerutscht, nach oben gerobbt - alles eine Frage der Technik.

Und bei all der harten Arbeit, dem Schweiß und Dreck gibt es schließlich immer etwas, worauf man sich freuen kann. Ein einfaches, belegtes Brötchen zum richtigen Zeitpunkt, eine Tasse Kaffee und das ein oder andere Stück Kuchen zählen zu dieser Kategorie. Dazu kommt die respektable Aussicht, die jederzeit im Hintergrund mitspielt und ehrlich gesagt würden wir uns auch nicht so dreckig machen, wenn wir es nicht gerne täten.